Am Hof

Am Hof ist einer der historisch bedeutendsten Plätze der Wiener Innenstadt. Er befindet sich zwischen Bognergasse, Naglergasse, Heidenschuß, Färbergasse, Judenplatz und Schulhof im ältesten Kern der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft der mittelalterlichen Ghettos.

Geschichte

 

Der Platz Am Hof war bereits Teil des römischen Heerlagers Vindobona und war im Frühmittelalter unbesiedelt.

 

Zwischen 1155 und etwa 1275, der Fertigstellung der neuen Burg an der Stelle des heutigen Schweizertrakts der Hofburg, lag hier der Hof der Babenberger, den sich Heinrich Jasomirgott 1155/56 erbaute, nachdem er seine Residenz von Klosterneuburg nach Wien verlegt hatte. Diese Residenz war ein Häuserkomplex um einen freien Platz, also ein Hof, mit dem Wohnhaus des Herzogs als Mittelpunkt. Gegen Nordwesten und Südwesten lehnte sich der „Hof“ an den Mauerzug des Römerkastells an, stadteinwärts war er durch Tore gegen die bürgerliche Altstadt und die Judenstadt abgegrenzt. Hier empfingen Heinrich Jasomirgott und seine Gemahlin Theodora 1165 Kaiser Friedrich Barbarossa, der sich auf dem dritten Kreuzzug ins Heilige Land befand.


Unter Heinrichs Sohn Leopold V. war der Turnier- und spätere Marktplatz zwischen 1177 und 1194 Schauplatz glänzender Veranstaltungen, bei denen Sänger und Dichter wie Reinmar von Hagenau und dessen Schüler Walther von der Vogelweide in Minnesang-Wettstreiten auftraten.

 

Mit der Übersiedlung der Landesfürsten in den Schweizertrakt der damals noch viel kleineren Hofburg um 1275 kam die „Babenbergerpfalz“ (Am Hof) gegen Ende des 13. Jahrhunderts an die landesfürstliche Münze. Die Häuser Nr. 10 und Nr. 12 wurden dem benachbarten Ghetto um den Judenplatz einverleibt. Ab 1340 wurden Am Hof Märkte abgehalten. 1365 kam es zur provisorischen Unterbringung der Karmeliter in der Münzstätte, 1386 zur offiziellen Schenkung durch Albrecht III., wobei der Platz erstmals „Am Hof“ genannt wurde.

 

Die Karmeliter errichteten anstelle der romanischen Münzhofkapelle eine dreischiffige gotische Klosterkirche, die sie etwa 1420 fertigstellten. Der gotische Chor ist heute noch von der dahinterliegenden Gasse zu sehen. Die Karmeliter hatten schon das Haus des Juden Muschal besessen, sie erhielten noch weitere Häuser dazu, unter anderem das von Albrecht III. angekaufte Haus des Dichters Peter Suchenwirt.

Der Platz war von der nahe gelegenen Freyung ursprünglich durch Häuser getrennt, die nur eine schmale Verbindungsgasse freiließen und 1846 demoliert wurden. Schon ab dem 14. Jahrhundert wurde er als Markt genutzt, später auch als Richtplatz. 1463 wurde hier der Bürgermeister Wolfgang Holzer auf Befehl Albrechts Vl. hingerichtet. 1515 fand die habsburgisch-jagellonische Doppelhochzeit unter Kaiser Maximilian I. hier statt. Im 16. und 17. Jahrhundert hieß der Platz auch Krebsmarkt, da hier Seefische und Krebse angeboten wurden. Im 18. Jahrhundert wurde am Markt nur noch Gemüse und Obst verkauft.

 

Nach der Übergabe von Kirche und Kloster an die Jesuiten 1554 hieß der Platz „Bei den oberen Jesuiten“ und war Schauplatz der geistlichen Spiele der Jesuiten vor ihrer Kirche. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 hieß der Platz wieder „Am Hof“. Das Klostergebäude der Jesuiten war 1783–1913 Sitz des Hofkriegsrates und des Kriegsministeriums.

1782 spendete Pius VI. von der Terrasse der Kirche den Segen Urbi et Orbi. Am 6. August 1806 verkündete ebenfalls von der Loggia der Kirche ein kaiserlicher Herold das Ende des Heiligen Römischen Reiches, an dessen Spitze die Habsburger über ein halbes Jahrtausend gestanden hatten und die Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II.: „…daß Wir das Band, welches Uns bis itzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen“.


Am 14. März 1848 erfolgte im Zuge der 1848er-Revolution der Sturm auf das Zeughaus, am 6. Oktober wurde der Kriegsminister Theodor Graf Baillet von Latour aus dem Gebäude gezerrt, erschlagen und von der Menge in der Mitte des Platzes auf einer Laterne aufgehängt. Der Platz hieß kurzfristig „Volksplatz“.

1842–1918 und 1939–1942 erfreute sich ein Christkindlmarkt Am Hof großer Beliebtheit. 1973 entstand hier der Wiener Flohmarkt, der 1977 aus Platzgründen auf den Naschmarkt umgesiedelt wurde. Heute findet wieder jährlich ein Christkindlmarkt statt.

 

1892 wurde vor dem Gebäude des k.k. Hofkriegsrathsgebäude (das Kriegsministerium) das Reiterstandbild Feldmarschall Radetzkys von Caspar von Zumbusch enthüllt, das 1912 vor das neu erbaute Gebäude des Kriegsministeriums am Stubenring transferiert wurde. Anstelle des Hofkriegsratsgebäudes trat 1915 die Zentrale der Länderbank.

Des Weiteren befand sich am Hof noch die Hauptwache, die Nuntiatur und das Unterkammeramt.

 

In Carol Reeds Film „Der dritte Mann“ (gedreht 1948) kommt der Platz am Hof prominent vor, auf ihm steht die Litfaßsäule, durch die man in die Unterwelt des Wiener Kanalisationssystems gelangt.

 

1962/63 wurden im Zuge von Grabungen für eine Tiefgarage unter dem Platz Am Hof Reste der römischen Siedlung gefunden. Im Keller der heutigen Feuerwehrzentrale ist in originaler Lage ein Stück des Lagerhauptkanals zu besichtigen, der die Abwässer aus dem südlichen Lager aufnahm und sie in den Tiefen Graben zum Ottakringerbach führte.

Papst Johannes Paul II. tat es seinem Vorgänger nach und spendete 1983 anlässlich seines Wien-Besuches von der Loggia aus ebenfalls den Ostersegen.

 

Am 7. September 2007 feierte Papst Benedikt XVI. mit rund 7.000 Menschen bei strömendem Regen als ersten großen Programmpunkt seiner Österreichreise einen Stationsgottesdienst. Nach nur sechs Minuten fielen das Mikrofon des Papstes sowie die Videowalls aus, weshalb die Rede von Benedikt XVI. abgebrochen werden musste.

Bildquelle: http://www.panos.at/wien1.html, www.wikimedia.org, www.flickr.com

Bildquelle: Public Domain / Gemeinfrei

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